CPAP Beatmung

CPAP Beatmung – Uns hilft nicht, wer uns Krücken leiht

Hilft CPAP und andere Druckbeatmung tatsächlich gegen Herzinfarkt und Schlaganfall?

CPAP Beatmung, BIPAP und ASV sind Formen gerätetechnischer Überdruckbeatmungen, die in der Therapie des obstruktiven Schlafapnoesyndroms als Goldstandard gelten. Weil es sich um rein symptomatische Behandlungen handelt, müssen Patienten ihre „Krücken“ bis zur Bahre täglich anwenden, wenn sie ihre nächtlichen Atemprobleme reduzieren wollen. Regelmäßige Kontrollen ihres Schlafes, der Hygiene und Technik gehen einher. Kein Wunder, dass viele Anwender irgendwann aufgeben: An den Ursachen ändert sich schließlich nichts und jede Nacht ohne „Krücken“ macht dies wieder bewusst.

Geräte zur Überdruckbeatmung eroberten schnell die Kosten-Hitliste der medizintechnischen Versorgungen und die Tendenz ist ungebrochen.

Wissenschaftliche Belege für die zahlreichen positiven Wirkungen im Hinblick auf die präventiven Wirkungen der PAP-Therapie relativieren sich maßgeblich durch neue, internationale Studien. Aussagen, dass frühzeitige PAP-Therapien vor lebensbedrohende Erkrankungen von Herz und Gehirn schützen, leiten sich hauptsächlich aus wenig potenten Studien, scheinbar plausiblen Erklärungen, herstellerfinanzierten Dokumentationen, sowie Akklamationen von Experten und Anwendern ab. Die den Studienergebnissen implizierten Kernaussagen erfüllen die Kriterien einer linearen Logik: Wer nachts unbeobachtet zu wenig atmet und seine Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, muss dem Ende nah sein! Wehe dem, der da widerspricht!

Die zitierten neueren Studien, die sich erstmals auf eine Klientel von mehreren tausend Patienten stützen und mit internationaler Beteiligung durchgeführt wurden, relativieren die bisherigen Annahmen. Untersucht wurden 2717 Patienten aus 89 Zentren in sieben Ländern. Bei allen bestanden ein Schlaf-Apnoe-Syndrom und gleichzeitig koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle oder andere zerebrovaskuläre Vorerkrankungen. Es zeigte sich, dass die Häufigkeit von Herzinfarkten, Hirninfarkten, Herzinsuffizienz und Todesfällen in den Gruppen die Geräte zur Druckbeatmung anwendeten sich keineswegs reduzierte, sondern sogar anstieg.

Durch Anwendung eines Gerätes für adaptive Servoventilation, das hauptsächlich bei Patienten mit Cheyne-Stokes-Atmung angewendet wird und als technische Optimierung der PAP-Geräte gilt, erhöhte sich die Sterbequote signifikant und das, obwohl das Gerät die Anzahl der Atemaussetzer drastisch reduzierte. Als eine mögliche Ursache wägen die Forscher Ulysses Magalang vom Wexner Medical Center, Columbus und Allan Pack von der Perelman School of Medicine in Philadelphia u.a. Komponenten der Beatmung, u.a. den ständigen positiven Atemwegsdruck, den das Gerät erzeugt. Auch die Autoren der Jama Studie (2017), die sich immerhin auf 7266 Patienten stützt, konnten keine Reduzierung von Risiken und Todeseintritt bei cardiovasculären Erkrankungen feststellen, egal ob die Patienten mit PAP Geräten versorgt waren oder nicht.

Diskussion

Medizinische Anwendungen müssen in erster Linie die Behandlungen von Ursachen fokussieren. Nur so besteht für den Patienten die Aussicht auf ein gesundes, unabhängiges Leben.
Andauernde auf Langzeit angelegte symptomatische Versorgungen mit Geräten (Krücken) sollten nicht zum Standard werden. Oft wirkt sich der Einsatz zwar spontan positiv auf das Symptom aus, damit einhergehende negative Veränderungen stellen sich in der Regel erst später ein und werden der ursprünglichen Anwendung nicht zugeordnet. Lange Anwendungen von „Krücken“ bleiben niemals ohne Folgen. Sie verursachen zumindest kompensatorische Umstellungen von Bewegungs- und Funktionsmustern. Diese neurophysiologischen Veränderungen, nehmen Einfluss auf das parasympathische Nervensystem und Organaktivitäten.

Dies und mehr sind auch die Folgen von Langzeitdruckbeatmung. Wobei die Autoren diese Therapie deswegen nicht grundsätzlich in Frage stellen. Wenn es wichtig ist, die nächtliche Atmung spontan zu optimieren, sind PAP-Methoden angezeigt. Vorher oder parallel, sollten jedoch auch Maßnahmen getroffen werden, die an der Ursache für das bestehende Atemproblem ansetzen. So kann einer lebenslangen – u.U. negativen – Geräteabhängigkeit entgegengewirkt werden. Bei der obstruktiven Schlafapnoe sind Gewebe und Muskeln im Mund- und Rachenraum erschlafft. Sie verengen und verschließen die Atemwege. So liegt es nahe, speziell diese ursächlichen Probleme positiv umzustellen. Das kann in der Regel weder gerätetechnisch noch chirurgisch korrigiert werden, weil die Ursachen in beiden Fällen bestehen bleiben. Allein durch Training von Muskeln und die Bahnung neurophysiologischer Bewegungsmuster und Funktionen, können sich stabile Korrekturen einstellen.

Bei der Behandlung der „Volkskrankheit Nr. 1“  – Rückenschmerzen, wurde der Stellenwert von Muskulatur und Funktion längst erkannt. So wurden früher Wirbelsäulenprobleme meist durch stützen und ruhigstellen behandelt, um vermeintlich schädliche Bewegungen zu reduzieren. Später folgten Operationen  unterschiedlicher Techniken. Seit einigen Jahren jedoch sind die weitaus erfolgreicheren Trainingsmethoden gegen Rückenleiden  zum „standard of art“ geworden. Die Betroffenen werden mobilisiert. Muskeln und Haltung werden trainiert, um den Rücken zu stabilisieren.

Konsequenzen

Uns hilft nicht, wer uns Krücken leiht, sondern wer uns Gehen lehrt.
(Charles Tschopp)

Bei Problemen im Mund, im Rachen und bei der Atmung reduziert sich die Behandlung immer noch auf die Ansätze:

Krücken anwenden, Stützen und Schneiden.

Training steht in den meisten Fällen nicht auf dem Plan, obwohl Mund, Rachen, Gesicht und Kopf so viele Muskeln und feinste Muskelkettenfunktionen aufweisen, wie es nirgendwo anders im menschlichen Körper vorkommt. Stören funktionelle und muskuläre Abweichungen dieses feinabgestimmte System, ist ein neurophysiologisches Training zur Korrektur erforderlich.

Schema: Vollständiger Verschluss der Atemwege im Rachenbereich

Bei der obstruktiven Schlafapnoe verursacht erschlafftes Gewebe im Rachenbereich einen wiederkehrenden Verschluss der Atemwege.

Nur so kann das Übel an der Wurzel bekämpft werden. Die Ursachen für verengte oder versperrte Atemwege sind mit korrigierenden Übungen zu behandeln. Wie bei dem Beispiel des Rückenleidens ist eine konsequente Trainingstherapie erforderlich.

Face Former Therapie

Zum Beispiel mit der Face Former Therapie steht dem Behandler und dem Patienten ein komplexes Übungsprogramm zur Verfügung. Es zielt auf die Behandlung der Ursachen für Schnarchen und Schlafapnoe ab. Erschlaffte Muskulatur wird trainiert, falsche Bewegungsmuster und Fehlfunktionen werden korrigiert.

Dr. Klaus und Sabine Berndsen
(Rehabilitologen, ISST-Unna.de)

Die ursachenorientierte Face Former Therapie mit dem Dr. Berndsen FaceFormer kann eine wirksame Alternative zur CPAP Beatmung sein.

Der FaceFormer ist das patentierte Trainingsgerät für die wirksame, ursachenorientierte Behandlung von Schnarchen und Schlafapnoe.